Dienstag, 17. Dezember 2013

Britney Jean – Ein offener Brief an Britney Spears / An open letter to Britney Spears

Britney, Britney, Britney... Ich liebe dich. Ich war dir IMMER ein treuer Fan, bin mit dir durch deine dicken und voluminöseren Zeiten gegangen, unterstützte dich, wo es nur ging. Sei es in hitzigen Diskussionen mit deinen Hatern, deiner Meister Proper-Aktion und deinen anderen, etlichen Abstürzen. Ja, sogar vor meiner Englisch-Dozentin nahm ich dich in Schutz und verspielte mir so sämtliche Sympathien und gute Noten. Aber so langsam geht unserer innigen, langjährigen Beziehung die Puste aus.

 
Ich spürte es schon beim Hören deines vorangegangenen Albums „Femme Fatale“. Irgendetwas war anders geworden, nicht mehr stimmig , vielmehr seltsam. Schon dieses Teil wirkte nicht mehr wie ein einzigartiges, eingängiges und in sich stimmiges Pop-Album, wie es nur „the legendary“ Miss Britney Spears abliefern kann. War es vielleicht wirklich so, wie es der Rolling Stone zum Release deines Auferstehungs-Albums „Circus“ schrieb? Dass man hier schon deutlich merke, dass du auf diesen ganzen „Zirkus“ eigentlich schon längst gar keine Lust mehr hättest?

„Britney Jean ist mein bisher persönlichstes Album“, sagtest du in der Vorankündigung. („Femme Fatale“ kündigtest du ja schon als „mein bisher bestes Album“ an, was es definitiv NICHT ist!) Bei der ersten Single-Auskopplung fragte ich mich wie wohl viele Fans: „Work Bitch“.... wie persönlich kann ein Album mit so einer Lead-Single werden? Nun gut, ich versteh’ schon: In schweren Zeiten wie diesen darfst du kein Risiko eingehen und musst eine simple Bumms-Nummer raushauen, die garantiert vielen gefallen wird – dass diese Rechnung nicht aufging, zeigten uns die mauen Chartplatzierungen. Und wieso gehen eigentlich alle so auf dieses Video ab und loben dein angebliches „Getanze wie zu früheren Zeiten“ so?



Als wäre das nicht schon schlimm genug, trübte sich meine Vorfreude auf dein neues Album mit jedem weiteren, geleakten Lied in undurchsichtige Nebelschwaden. Mit der zweiten Single „Perfume“ bin ich mittlerweile lauwarm geworden, okay. Aber: „Passenger“, „Body Ache“ und „Hold On Tight“, was sind das bitte für langweilige, uninspirierte Schrottlieder? Da gab in der Vergangenheit bereits etliche bessere Albumfüller wie „Shattered Glass“, „The Hook Up“ oder „How I Roll“.


Wie immer standen dir große Produzenten und Songschreiber zur Seite. Ok, William Orbit hat seine beste Zeit lange hinter sich und zeichnet sich schon lange nicht mehr als Garant für Top-Singles oder Alben aus. (Wie er bei Katie Meluas „The House“-LP bewies.) David Guetta? Ausgelutschter als eine Weißwurst auf dem Oktoberfest. Sia Furler wird im Moment stark gehypet, ist im Endeffekt aber leicht überschätzt. Dennoch keinesfalls schlecht. Und auch wenn Will.i.Am kein Symphoniengott ist, der Gute kann mehr als einen Aufguss von Billo-Beat-Nr. 1-Hit „Scream & Shout“ in „It Should Be Easy“ und „Body Ache“. Vom eigentlich hübschen, aber unnötig und peinlich hip-hopigen Refrain im Duett mit deiner Schwester einmal ganz zu schweigen. Und bei „Tik Tik Boom“ spüre ich wie kleine Bröckchen langsam meinen Hals hochsteigen. 


Dabei zeigst du doch mit dem wunderschönen „Now That I Found You“, wie es geht! (Ui, David Guetta von seiner guten Seite.) „Brightest Morning Star“ präsentiert sich als einfacher, aber hübscher Pop-Song und auch „Don’t Cry“ weist im Refrain eine nicht ganz neue, aber dennoch schöne Hook auf. Aber das war es auch schon. Wieso, Britney, wieso?

„You’ll never know what you’ve got till it’s gone...“ singst du im scheppernden Dancefloor-Kracher. Ich wusste zwar schon immer, was ich an dir hatte, aber beim Anhören deines neuen Albums wird es mir erst richtig bewusst, was ich bisher an dir hatte.. Irgendwann musste es vielleicht mal soweit kommen, dass auch du einmal ein richtig schlechtes Album veröffentlichst. Ich mein, selbst Shakira schafft es nicht, durchgängig Top-Alben abzuliefern.


 
Deine Hater wird es amüsieren, dass ausgerechnet dein „persönlichstes Album“ gleichzeitig auch dein flachstes und schlechtestes ist. Mich macht es eher traurig, denn auf deinen früheren Alben hast du immer gezeigt, dass mehr Persönlichkeit in dir steckt, als du uns mit „Britney Jean“ weismachen willst.

In leicht abgeflauter Liebe,

Dein Daniel

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

Britney, Britney, Britney... I love you. I used to be a loyal fan who went with you through your good and bad times – ALWAYS! I supported you in every way: In heated debates with your haters, your Mr. Clean action and your other escapades. Yes, I even defended you against my English-Teacher at university and ruined my sympathies and notes. But our dearly, long lasting relationship is slowly getting out of puff.

I first felt it by listening to your previous album „Femme Fatale“. Something had changed and suddenly felt strange. Even this LP didn’t seem like a unique Pop album that only „the legendary“ Miss Britney Spears could deliver. Was it really like the Rolling Stone commented on your resurrection album „Circus“: „It is obvious that you had enough of this ‚Circus’.“



„Britney Jean will be my most personal album ever“, you announced. „(You already presaged „Femme Fatale“ as your „best album to date“ and we all know that it is NOT!) Hearing „Britney Jeans“ first single release „Work, Bitch!“ I asked myself along with many other fans: How personal can an album with this lead single actually be? Alright, I see, in rough times like these you had to play it save and release a crude BOOM-BOOM-thing that would please a varied target audience – FAIL, as we could see from the chart positions. And why is everybody cheering up for your alleged „dancing like in old times“ in the video? 



As if this wouldn’t be enough for a fan’s heart, you ruined my anticipation for your new album a bit more with every leaked song. After a long while I warmed up lukewarmly with your second single „Perfume“. But what a huge piece of shit you delivered with „Passenger“, „Body Ache“ and „Hold on tight“ – uninspired and boring. In the past you had a lot of better album fillers like „Shattered Glass“, „The Hook Up“ or „How I Roll“.



As usual a bunch of big producers and songwriters hold your back. Okay, William Orbit has long passed his musical zenith and isn’t a guarantor for Top-Singles or Albums anymore. (As he proved with Katie Meluas „The House“.) David Guetta? More sucked dry than Bella Swan in the end of „Breaking Dawn Part One“. Sia Furler is pretty hyped these days. But in the end she is a bit overrated, but definitely not bad. And even though Will.i.Am isn’t a god of composing, this guy can do more than this extraction of „Scream & Shout“ in „It should be easy“ and „Body Ache“. I do not even dare to talk about the actually beautiful but in the refrain unnecessary hiphoping duet with Jamie Lynn. While listening to „Tik Tik Boom“ I can feel little chunks coming up my throat.

With the beautiful „Now that I found you“, you show, how it should be done. (Oy, David Guetta brings the action!) „Brightest Morning Star“ shows up as a simple but nice pop song and also „Don’t cry“ delivers a not-even-new but pretty hook. But that’s all, folks! Why Britney, why?

„You’ll never know what you’ve got till it’s gone…“ you are singing in the clanging dance floor burner. I always knew what I had with your music. But I fully realize it by listening to your new album. Sooner or later the day had to come when you released a really bad album. I mean, even Shakira can’t release one top album after another!


Your critics might be amused by the fact that your „most personal album ever“ is also you flattest and worst. When it comes to me I get really upset with it. Because with your previous albums you always showed that there is more personality to you, than you claim to show us with „Britney Jean“.

With lightly abated love,

your Daniel

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen